Dehner Maar, Reuth

Reuth

Was genau ist ein Maar?
Tritt heißes Magma aus der Tiefe der Erde an der Oberfläche aus, so entsteht ein Vulkan, der glutflüssige Lava speit und allmählich einen Vulkankegel aufbaut. Trifft aber das aufsteigende, 1.200 ° C heiße Magma nur wenige 100 Meter unter der Erdoberfläche auf Grundwasser, dann kommt es zu einer gewaltigen explosiven Interaktion zwischen Magma und Wasser. Druckerhöhung, Bildung von Wasserdampf, Fragmentierung von Magma und Nebengestein und die Förderung des zerborstenen Materials an die Erdoberfläche sind die Folge. Schließlich brechen die Ränder rund um den Explosionsort ein und ein trichterförmiger Krater entsteht. Solche durch vulkanische Aktivität in die Erdkruste hinein gesprengten Trichter heißen „Maare“.

Was das Dehner Maar erzählt!
Die kreisrunde Gestalt und der geophysikalische Nachweis einer trichterförmigen Struktur mit steil einfallenden Rändern belegen, dass wir uns hier an einem Maar befinden, das vor zigtausenden von Jahren in das devonische Grundgebirge hineingesprengt wurde (Abb. 4). Eine 88 m tiefe Kernbohrung des Geowissenschaftlichen Instituts der Universität Mainz, hat eine Abfolge von eiszeitlichen Schuttablagerungen und jüngeren, warmzeitlichen Seeablagerungen erbracht (Abb. 2) Der Wechsel von Kaltzeiten und Warmzeiten geht auch aus den in den Sedimentschichten gefunden Blütenpollen hervor. Die Bandbreite reicht vom nordischen Fichtenwald über eine Steppen- und Tundrenvegetation bis hin zur vegetationsarmen Polarwüste der letzten Kaltzeit, die vor ca. 10.000 Jahren zu Ende ging.
In ca. 3 Meter Tiefe wurden die Vulkanaschen des knapp 13.000 Jahre alten Laacher-See Ausbruchs, dem verheerendsten Vulkanausbruch in der Eifel, nachgewiesen. Die Sedimentschichtung im Dehner Maar ist somit ein einzigartiges Archiv für die jüngere Klima- und Besiedlungsgeschichte der Eifel.


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