Kupferhof Grünenthal

Stolberg

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Durch spätere Um- bzw. Anbauten entstand letztlich die heutige heutige Form einer dreiflügeligen, herrschaftlichen Hofanlage. Das Gesamtkonzept der Anlage lässt (ähnlich wie beim Kupferhof Rosental) eine deutliche und bewusste Abkehr von den früher entstandenen geschlossenen und verteidigungsfähigen Hoftypen hin zu repräsentativen Bauformen erken-nen. Diese Entwicklung war einerseits Resultat einer ruhiger u. friedlicher gewordenen Zeit, andererseits aber auch Ausdruck des wachsenden Selbstbewusstseins der wohlhabenden Kupfermeister. Ursprünglich reichte das Gesamtareal des Grünenthales von der heutigen Sonnentalstraße bis etwa zur Rosentalstraße. 1887 wurde der Gesamtkomplex von der Stadt Stolberg gekauft, die auf dem Gelände den Kaiserplatz anlegte und u.a. das Gymnasium sowie das Amtsgericht errichtete. Ein großer Teil des Areals wurde als Bauparzellen an Privat-leute veräußert. 1889 wandelte Franz Wirtz den von ihm erworbenen Hof Grünenthal zu einer Seifenfabrik (später Dalli-Werke Mäurer & Wirtz) um und bewohnte das restaurierte Herrenhaus, welches bis heute von der Unternehmerfamilie Wirtz bewohnt wird und als Familienstammsitz gilt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde auf dem Hof Grünenthal von der Familie Wirtz das nach der Hofanlage benannte pharmazeutische Unternehmen GRÜNENTHAL gegründet. Der 1699 erbaute Kupferhof Grünenthal wurde durch die Familie Peltzer errichtet. Matthias Peltzer hatte den Grund und Boden links der Vicht vom Stolberger Burgherrn Franz Karl Freiherr von Frentz gekauft, der diese Parzellen "im grünen Thal" nannte - daraus entstand der Name Grünenthal. Hinter dem linken Gebäude befanden sich parallel zum Vichtbach der Mühlenteich, das Ofenhaus und die Galmeimühle. Die dortigen Wasserräder lieferten die Energie für die Betriebseinrichtungen. Nach 1752 nutzte Heinrich Peltzer als späterer Nachfolger einen Teil des Anwesens für sein Textilgewerbe. Den gesamten Kupferhof kaufte 1772 Michael Michels; dessen Erben verkauften das ganze Areal Grünenthal 1842 an Leonhard Lynen Dumont, der dort eine Kratzenfabrik, später dann eine Streichgarnspinnerei und Gerberie betrieb. Diese Ära dauerte bis 1877. In jenem Jahr kam es zu einer öffentlichen Versteigerung. Der westliche Seitenflügel und das nördliche Eckgrundstück wurden von privater Seite erworben, den übrigen Besitz und die Ländereien ersteigerte die Stadt Stolberg und parzellierte sie. So konnten Kaiserplatz, Amtsgericht, Grünthalschule und Gymnasium entstehen und weitere Einzelparzellen verkauft werden. Apollonia Wirtz, die Witwe des Andreas August Wirtz, dem Mitbegründer der Seifenfabrik Mäurer & Wirtz, kaufte das Herrenhaus und die Produktionsstätten und verlagerte die Seifenfabrik hierher. Seit dieser Zeit wird der Hof Grünenthal von der Familie Wirtz benutzt und bewohnt.

Auf einen Blick

Öffnungszeiten

  • Vom 1. Januar bis 31. Dezember

    Kann ganzjährig von außen besichtigt werden.

Ort

Stolberg

Kontakt

Kupferhof Grünenthal
Steinfeldstraße
52222 Stolberg
Telefon: (0049) 2402 99900-81

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