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Aus dem vulkanischen Basalt wurden Mühlsteine hergestellt, © shapefruit AG

Mühlsteine - Geschichte in Stein gemeißelt

Die Mühlsteine aus der Eifel waren ein Exportschlager. Der vulkanische Basalt eignete sich hervorragend zur Herstellung von Mühlsteinen.

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Die Erde bebt. Tief aus ihrem Inneren dringt ein Grollen, immer wieder donnert es. Lavaströme ergießen sich in die Landschaft, die Luft flirrt vor Hitze… So oder so ähnlich sah es in der Osteifel vor rund 200.000 Jahren aus als der Bellerberg-Vulkan ausbrach und sich drei Lavaströme ihren Weg suchten. Die Lava erkaltete langsam zu sechseckigen Basaltsäulen  – kaum zu glauben, dass die Säulen, die du heute im Mayener Grubenfeld sehen kannst, tatsächlich ganz natürlich entstanden sind. Der Basalt hier in der Osteifel eignet sich besonders gut zur Herstellung von Mahl- und Mühlsteinen; die vielen kleinen eingeschlossenen Luftbläschen ergeben bei Gebrauch scharfe Kanten, die das Mahlen erleichtern. Durch die Abnutzung öffnen sich immer neue dieser Bläschen – so schleift der Stein sich quasi selbst. Seit 7.000 Jahren wird der Basalt hier von Menschen genutzt. Auf einem spannenden Rundweg durch das Mayener Grubenfeld kannst du die bizarren Bergbaulandschaften mit bis zu 40 Meter hohen Basaltwänden, Abbauspuren aus der Römerzeit und dem Mittelalter, Kränen, Gleisen und Loren aus dem 20. Jahrhundert erkunden. 

Das Mühlsteinrevier RheinEifel als UNESCO Weltkulturerbe

Nirgends sonst in Europa wurden Mühlsteine über einen so langen Zeitraum hinweg kontinuierlich hergestellt. Mühlsteine waren von der Jungsteinzeit bis ins 19. und 20. Jahrhundert hinein ein überlebenswichtiges Kulturgut – ohne Mühlsteine kein Brot! Das ist ein Grund dafür, dass das “Mühlsteinrevier RheinEifel” als Vorschlag für die Bewerbung zum UNESCO Weltkulturerbe  eingereicht wurde. Das Mühlsteinrevier umfasst neben dem Mayener Grubenfeld auch die Grubenfelder Mendig, Ettringen und Kottenheim, sowie den Rheinhafen Andernach von dem aus die Mühlsteine ihren Weg in die Welt antraten. 

Mitmachen statt zuschauen

Wie haben die das damals mit den Mühlsteinen gemacht, so ganz ohne moderne Technik? Das kannst du selbst ausprobieren, die „Erlebniswelten Grubenfeld“ in Mayen entführen dich in die Welt der Bergarbeiter und ihrer Familien. Du wirst selbst zum “Steinarbeiter” und kannst dich beim Ziehen, Hebeln, Tragen und Bearbeiten des Basalts ausprobieren. Die interaktive Ausstellung “SteinZeiten” ist eine spannende Zeitreise durch die Jahrtausende. Dabei sind die Erlebniswelten Grubenfeld nur eine Station im Vulkanpark, es gibt noch viel, viel mehr rund um den Basalt zu entdecken. Und wenn dich die Römer und ihre Technik besonders faszinieren solltest du unbedingt das Römerbergwerk Meurin besuchen – Mittwochs und Sonntags gibt es dort Technik zum Anfassen oder buche eine Erlebnisführung für eine geheimnisvolle Entdeckungsreise.  

Seit 2014 ist das Steinbruchgelände Mayen Naturschutzgebiet, aber schon viel früher haben es die Fledermäuse erobert – seit hier nicht mehr aktiv abgebaut wird, haben sich die geflügelten Tiere hier häuslich eingerichtet. Heute ist das Grubenfeld das bedeutendste Fledermausquartier Deutschlands, bis zu 100.000 Exemplare überwintern jedes Jahr in Höhlen, Steinbrüchen und Lavakellern. Mit ein bisschen Glück kannst du sie unter den Decken hängen sehen. Zu Fuß kannst du die ehemaligen Steinbrüche auf dem „Eifeler Mühlsteinwanderweg“ erkunden. Auf insgesamt 13 Kilometern führt er von Mayen bis nach Mendig. Alles über den Basaltabbau und die Mühlsteinproduktion erklären dir die Informationstafeln entlang des Weges. Alte Relikte wie Kräne oder Kransockel, Gleise und Gebäudereste kannst du ebenso entdecken wie gewaltige Felswände mit Abbauspuren verschiedener Epochen . Auch einige Hotels in der Region, wie das Hotel Hansa in Mendig bieten eigene Hausangebote rund um das Mühlsteinrevier an, da findest du bestimmt das Richtige für dich. 
 

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