Römische Villa Holsthum

Holsthum

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Um 100 n. Chr. entstand das Hauptgebäude des römerzeitlichen Gutshofes (villa rustica) bei Holsthum am Hang hoch über der Prüm. Typisch für diese Zeit: Der symmetrische Grundriss mit der zum Tal hin offenen Säulenhalle und zwei seitlichen Ecktürmen. Erstaunlicherweise fanden die Archäologen in den Überresten des großen Hauses keine Hinweise auf einen heizbaren Wohnraum, und zudem wurde es nie umgebaut.

Rundgang durch das Haus

Als Baumaterial für das imposante Gebäude von über 47m Breite und fast 24m Tiefe diente der in der Umgebung anstehende Luxemburger Sandstein. Die Mauern waren verputzt und bemalt: Die Sockelzone rot, die Wände darüber weiß. Die Dächer aller Gebäudeteile waren mit Ziegeln gedeckt. Auch von farbigem Innenputz sowie von der Verglasung der Fenster sind Bruchstücke erhalten.
Über eine Treppe betrat man an der Frontseite des Hauses die Säulenhalle (Portikus) und gelangte von dort in den Kernbau mit fünf Räumen. Der Ofen in der Ecke des größeren Hauptraumes wurde offensichtlich nicht nur zum Kochen, sondern auch für Schmiedearbeiten benutzt. In einem hinteren Raum befand sich die Treppe zum ersten Stock des Gebäudes. Vom Hauptraum aus gelangte man über kaum ausgetretene Sandsteinstufen in den Keller. Hier sind noch die gemauerten Pfeilervorlagen zu sehen, die eine Holzbalkendecke trugen; Nischen in den Wänden dienten wohl zum Abstellen von Lampen oder Gefäßen. Hinter einer Absperrung aus Weidengeflecht im Kellerboden aus festgestampfter Erde wurde vermutlich spezielles Lagergut aufbewahrt. Im nordwestlichen Eckturm des Hauses befand sich der Badetrakt mit allen für ein römerzeitliches Bad typischen Räumen. Zumindest ein Teil dieses großen Hauses war bis um die Mitte des 4. Jahrhunderts bewohnt. Möglich ist, dass es zuvor während der Germaneneinfälle im 3. Jahrhundert teilweise zerstört worden ist.

Ein seltener Fund

Zu den interessantesten Funden aus dem Bereich der Villa gehören dünne Bronzestangen mit Einkerbungen sowie flache und noch nicht flachgeschlagene Schrötlinge aus Bronze. Sie beweisen, daß in Holsthum eine kleine Münzwerkstätte existierte, wo in Zeiten knappen Kleingelds um 275 n. Chr. aus eingeschmolzenen Bronzeobjekten Münzen geprägt wurden.

Ort

Holsthum


Kontakt

Römische Villa
Wolsfelder Straße
54668 Holsthum

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