Besucherbergwerk "Grube Bendisberg"

Langenfeld

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Besucherbergwerk-Grube Bendisberg

Der Bergbau auf Blei- und Zinkerze bei St. Jost und Virneburg kann auf ein hohes Alter zurückblicken. Die Grube Bendisberg baute auf mehreren Gängen der mittleren und oberen Siegener Schichten Erz ab; im Konzessionsgebiet bei den Ortschaften Virneburg und St. Jost sowie im Talbereich der Nette bzw. des Nitzbaches bestanden zuletzt mehrere Betriebspunkte. Regulärer Tiefbau ging nur im Bereich der Eisenhelder Gänge um, wo die tieferen Gangpartien durch einen Blindschacht erreicht waren. Ansonsten gingen Stollenbetriebe um; Gesenke waren vereinzelt vorhanden. Eine größere wirtschaftliche Bedeutung hat die Grube nie erreicht; die Erzvorräte waren relativ gering. In der letzten Betriebszeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Halden, die nicht weit von der Grube Bendisberg gelegenen Grube Silbersand ebenfalls mit abgebaut.


Geschichte der Grube Bendisberg

Die Grube Bendisberg bei St. Jost ist in den Jahren 1900 – 1904 durch eine holländische Gesellschaft aufgeschlossen und betrieben worden. Nachdem aber in der Nacht vom 24. zum 25. Dezember 1903 die Aufbereitung einer Feuerbrunst zum Opfer gefallen war, legte man bald darauf den gesamten Betrieb still.

Ende des Jahres 1903 bestand die Grubenbelegschaft aus immerhin 120 Mann, die der Aufbereitung aus 34 Mann. In den 16 Monaten, in denen die Aufbereitung in Betrieb stand, wurden 513 t Bleierze mit durchschnittlich 68,3% Pb und 400 g Ag je Tonne gefördertes Bleierz und 875 t Zinkblende mit rd. 44,4% Zink produziert.

Im Jahre 1915 ging die Grube in den Besitz der Gesellschaft des Altenbergs über. Nach den damals vorhandenen Aufzeichnungen konnte davon ausgegangen werden, dass über den verschiedenen, von der Gesellschaft aufgefahrenen Stollenbauen insgesamt 30.700 m³ Grubenerze noch anstanden. Etwa 55.000 t Haufwerk von 4% Zink und 2,4% Blei ließen eine Produktion von ungefähr 1.650 t metallischen Zink und 1.050 t Blei erwarten.

Auf Grund dieser Berechnungen und im Rahmen der Autarkiebestrebungen des Deutschen Reiches, wobei das Reichswirtschaftsministerium beträchtliche Finanzmittel zur Verfügung stellte, schlug die AG des Altenbergs vor, durch das Aufwältigen von 1,2 km Strecken und einigen Überbrüchen sowie durch kleinere Untersuchungsarbeiten in den alten Abbauen die errechnete Haufwerksmenge von 55.000 t sicher nachzuweisen, durch weitere Untersuchungsarbeiten über den vorhandenen Stollensohlen neue Erze aufzuschließen und vor allem auf einer neuen Tiefbausohle die bekannten Gänge zu unterfahren und zu untersuchen. Ergab es sich, dass die Erzgänge in annähernd gleicher Erzführung in die Tiefe setzten, so war damit eine genügend große Menge Haufwerk nachgewiesen: In diesem Falle wollte man eine kleine Aufbereitungsanlage mit einer täglichen Durchsatzmenge von 75-100 t errichten.

Mit Genehmigung de Reichswirtschaftsministeriums wurde die Grube Bendisberg am 26. April 1937 wieder aufgenommen. Damit begann die zweite Epoche in der Geschichte und Betriebsentwicklung der Grube Bendisberg. Die Grube baute auf insgesamt vier Erzgängen, wobei der Hauptgang, der Anna-Maria-Gang und der Diagonalgang durch die drei Eisenheldstollen (Oberer-, Mittlerer- und Unterer- bzw. Tiefer-Eisenheldstollen ) sowie der Johannagang durch den Johannasstollen aufgeschlossen waren. Im ersten Betriebsjahr 1937 wurden 2.365 m Strecken in den drei Eisenheld-, im Johanna- und im Bleibergstollen aufgewältigt, einige Meter Strecken und 6 m Überbrüche neue geschossen; der zum weiteren Grubenaufschluss notwendige Blindschacht wurde noch begonnen. Über Tage wurde eine Mannschaftskaue mit Magazin und Steigerbüro in einem ehemaligen Jagdhaus errichtet; eine Grubenschmiede kam hinzu. Der Weg von Virneburg zur Grube musste zunächst notdürftig fahrbar gemacht werden, war dann aber im nächsten Jahr fertig gestellt und zwischen St. Jost und der Grube ausgebaut worden.

Im Jahr 1938 wurde neben dem Mundloch des Unteren Eisenheldstollen eine Transformatorenstation erbaut, die durch eine neue Hochspannungsleitung an das Netz des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerkes (RWE) angeschlossen wurde. Außerdem entstand ein kleines Maschinenhaus, in dem ein Turbokompressor aufgestellt wurde. Durch das Aufwältigen weiterer 175 m Strecken waren jetzt die meisten Erzvorkommen zugänglich gemacht worden. 9 m Stecken und 16,6 m Überhaue waren noch neu zu erschließen. Für den begonnen Blindschacht schoss man eine Haspelkammer aus, in die man einen elektrisch angetriebenen Förderhaspel stellte, der zuvor auf der Grube Lüderich eingesetzt gewesen war, seine Leistung belief sich auf 26 kw. Der Blindschacht wurde 1938 um 46 m niedergebracht; bei 45 m Teufe setzte man die erste Tiefbausohle an.

Im dritten Betriebsjahr 1939 wurde dieser Blindschacht bis zu einer Teufe von 81 m unter Stollensohle niedergebracht. Bei 80 m Teufe setzte man die 2. Tiefbausohle an, von der 277 m Strecken vorangetrieben wurden. Man erreichte dort den Hauptgang und den Anna-Maria-Gang und untersuchte diesen in Teilen. Es ergab sich aber, dass der Hauptgang nur auf einem kurzem Stück von rd. 10 m bauwürdig war, während der Anna-Maria-Gang nur aus Quarz und einigen wenigen, unbedeutenden Erzspuren bestand. Der Diagonalgang war noch nicht angefahren worden. Zur weiteren, näheren Untersuchung der Abbaue über den Stollensohlen waren noch 114 m Abbaustrecken fahrbar zu machen und 21 m Strecken neu zu schießen.

Das Betriebsjahr 1940 brachte Ergebnisse, die auf der Tiefbausohle vollkommen enttäuschten. Obwohl trotz der Kriegszeiten im Tiefbau noch weitere 311 m Untersuchungsstrecken und 21 m Überbrüche getrieben worden waren, konnten keine Erze mehr aufgeschlossen werden. Außer dem erwähnten kurzen Erzmittel im Hauptgang enthielten die drei Gänge nur Quarz, etwas Eisenspat und ganz selten geringe Spuren von Zink und Blei. Ein im Hauptgang in de Erzführung angesetzter Versuchsbau, der bis auf eine Höhe von 16 m über die Sohle getrieben wurde, ergab, dass die Erzführung nach oben hin kürzer und ärmer wurde. Deshalb wurde Ende Oktober 1940 der Entschluss gefasst, die Tiefbausohlen und den Schacht zu räumen und unter Wasser gehen zu lassen.

Auf dem Unteren Eisenheldstollen war der Diagonalgang noch nicht richtig aufgeschlossen gewesen. Auf ihn konzentrieren sich jetzt die Bemühungen und Hoffnungen. Mit einer Streckenauffahrung von 71 m wurde noch auf einer Länge von 40 m bauwürdige Erze aufgeschlossen. Im Hauptgang betrieb man über diesem Unteren Eisenheldstollen noch kurze Zeit einen Versuchsbau, um sichere Grundlagen für die Wirtschaftlichkeitsberechnung für eine evtl. spätere Erzgewinnung zu erhalten. Man konnte nach den damaligen Ergebnissen annehmen, dass im Mittel in den Abbauen in den fünf Gängen, d.h. den Johanna- und Bleiberggang eingerechnet, pro Hauerschicht noch 1,4 – 1,5 t Haufwerk anfallen würden, wobei jeder m² Gangfläche etwa 2 t Haufwerk liefern durfte. So waren durch diese Untersuchungen noch rd. 18.000 m³ Erz mit etwa 36.000 t Haufwerk vorgerichtet worden, wobei das unterhalb des Unteren Eisenheldstollen und unter dem Johanna- und Bleibergstollen in die Sohle gehende Erz nicht eingerechnet war.

Um ein möglichst genaues Bild vom Metallgehalt des anfallenden Haufwerks zu erhalten, wurden in den als bauwürdig angesehenen Teilen der Erzgänge in Abständen von 5 m Schlitzproben entnommen. Als Ergebnis konnte man annehmen, dass die erwähnten 36.000 t Haufwerk einen Metallgehalt von von wenigstens 7% Zink und 3,5 % Blei enthielten und dass durch Klaubearbeit etwa 18.000 – 20.000 t Haufwerk mit mehr als 15% Metallgehalt erzielt werden konnten. Diese Erzmenge war in einer Aufbereitungsanlage wie der am Lüderich durchaus wirtschaftlich zu gewinnen, doch verbot sich aus Kostengründen der Bau einer eigenen kleinen Aufbereitung.

Auf Grund der Kriegsereignisse war es auf die Dauer unmöglich, für den Transport der Erze von der Grube zur Bahnstation Mayen die notwendigen Lastkraftwagen zu erhalten; auch die Stellung von Bahnwaggons machte Schwierigkeiten. Hinzu kam, dass die Flotationsanlage auf dem Lüderich damals ausgelastet arbeitete und die nicht leicht aufzubereitenden Bendisberger Erze nicht sorgfältig genug durchgesetzt hätte. Deshalb entschloss sich die AG des Altenbergs, die Grube bis nach Beendigung des Krieges vorübergehend stillzulegen. Die Grube wurde am 31. Dezember 1940 stillgelegt, die Belegschaft weitgehend auf dem Lüderich eingesetzt.

Ende des Jahres 1948 beantragte die AG des Altenbergs beim rheinland-pfälzischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium die Wiederinbetriebnahme der Blei- und Zinkerzgrube Bendisberg. Der erste Betriebsplan noch vom Jahre 1948 sah dann auch vorwiegend Reparaturarbeiten, Abbauvorbereitungen und Lagerstättenuntersuchungen vor. Am 13. Dezember 1948 erteilte die Militärregierung die Betriebserlaubnis, doch konnten die gewonnen Erze zunächst nicht auf der Zentralaufbereitung Lüderich verarbeitet werden, sondern mussten auf Grund der Zonenaufteilung nach Bad Ems zur Aufbereitung der Stolberger Zink AG transportiert werden.

In der Folgezeit der 50er Jahre baute man die z.Z. noch in der zweiten Betriebszeit vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs vorgerichteten Erzmengen ab. Ein Gutachten von Prof. D. M. Richter aus dem Jahre 1949 machte dann deutlich, dass infolge der Unregelmäßigkeiten der Erzführung und auch wegen unzureichender Aufschlüsse eine Berechnung der noch vorhandenen Erzmengen kaum durchführbar war. Richter gab versuchsweise noch maximal 45.000 t 10%iges Haufwerk an. So verstärkte man die Aus- und Vorrichtungsarbeiten, doch musste man bereits Mitte des Jahres 1953 die Gewinnungsarbeiten am Betriebspunkt Bleiberg einstellen. Auch auf den anderen Betriebspunkten (Eisenheld und Johanna) konnten keine neuen Erzgänge angetroffen werden. Das Haufwerk, das im Firstenstoßbau gewonnen wurde, wurde mit Lastkfraftwagen zur Aufbereitung Friedrichssegen transportiert. Die Bewetterung war natürlich, die Wasserhaltung von der 45 m-Tiefbausohle wurde durch zwei elektronisch angetriebene Pumpen besorgt.

Im Betriebsjahr 1954 war es dann der AG des Altenbergs infolge des Tiefstandes der Metallpreise nicht mehr möglich, Untersuchungsarbeiten durchzuführen. Man beschränkte sich auf die Gewinnung noch anstehender Erzmengen; zusätzlich wurden noch 488 t blei- und zinkhaltige Teichschlämme aus der ersten Betriebsperiode der Grube Bendisberg der Aufbereitung Friedrichssegen zugeführt. Ende des Jahres 1956 musste die Grube dann erkennen, dass die Lagerstätte abgebaut war; nach Abbau der noch bauwürdigen Erzmittel wurde der Grubenbetrieb am 11. Mai 1957 eingestellt. Alle Arbeiter und Bergleute konnten auf der Grube Lüderich weiterbeschäftigt werden.


Förderzahlen der Grube Bendisberg:

Jahr Blei-Zink-Haufwerk in Tonnen Belegschaft
1949 - 24
1950 2658 49
1951 3354 43
1952 3515 44
1953 3727 46
1954 3829 45
1955 3941 42
1956 3952 14
1957 999 -

Auf einen Blick

Öffnungszeiten

  • Vom 1. Januar bis 31. Dezember

    Ganzjährig geöffnet:
    Samstag, Sonntag und Feiertag: Führungen um 11.00, 14.00 und 16.00 Uhr
    Dienstag - Freitag: Führungen nach Anmeldung.

    Infos und Anmeldungen für Führungen kontaktieren Sie bitte
    Herrn Michael Schomisch unter der Telefonnummer (0 26 55) 96 29 96
    von 9.00 bis 19.00 Uhr

Ort

Langenfeld


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Grube Bendisberg
In der Eisenkaul 2
56729 Langenfeld

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Monreal, im Mittelalter eine von Stadtmauer und zwei Burgen geschützte Siedlung der Grafen von Virneburg, im Jahr 1632 von den Schweden und 1689 von den Franzosen verheert, schaffte wenig später den Wiederaufstieg als Tuchmacherstadt. Davon künden stattliche, liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert am Lauf des Flüsschens Elz.

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Informationsschilder an besonders sehenswerten Gebäuden machen die Besucher mit der Geschichte Monreals vertraut.

Monreal ist nicht nur ein kleiner Marktflecken, sondern besitzt seit 1306 Stadtrechte und seit 1642 Marktrechte. Aber auch das Mittelalter begegnet dem Besucher: in der Parrkirche aus dem 15. Jahrhundert oder in der Georgskapelle auf dem Friedhof (13. Jahrhundert).