Brücke Insul, © Hans-Jürgen Vollrath

Wo die Mühlen langsam mahlen

In der Nähe des temporeichen Nürburgrings gibt es Ecken, in denen die Zeit fast still steht. Wir haben die Ruhe rund um die Hahnensteiner Mühle genossen.

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Normalerweise geht es am und um den Nürburgring rasant zu. Doch wir zwei lieben die Entschleunigung, wollen einen Gang runterschalten und trotzdem in dieser wunderschönen Waldlandschaft rund um die imposante Burgruine einen Tagesurlaub verbringen. Da haben wir ein kleines nostalgisches Paradies entdeckt: die Hahnensteiner Mühle. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und mahlte Korn. Im Inneren des Fachwerkgebäudes ist die uralte Technik noch intakt, auch das Mühlrad dreht sich. Wir haben uns bei Familie Neiß angemeldet, den heutigen Besitzern, und vertrauen uns ihrer Mühlenführung an. Man merkt ihnen an, dass sie noch immer genauso fasziniert von ihrem urigen Zuhause sind wie jetzt. Eifelfeeling pur, tief verwurzelt und doch modern: Heute produziert die Mühle hinter den romantischen Kulissen Strom.

Die Eindrücke lassen wir auch beim gemütlichen Mittagessen noch auf uns wirken. Wir machen Pause in Insul, einem charmanten kleinen Ort im Ahrtal. Insul klingt wie Insel, und in der Tat ist es hier wie auf einer Insel der Seligen. Wir haben die Wahl zwischen zwei Landgasthäusern, die beide familiär geführt sind und beide mit Köstlichkeiten auf der Speisekarte verführen. Wenn wir unsere Kinder dabei hätten, wären wir bei Familie Keuler perfekt aufgehoben, denn die hat in ihrem sonnigen Biergarten sogar einen Spielplatz. Das nächste Mal! Jetzt entscheiden wir uns für Familie Ewerts, deren ruhige Terrasse und Wiese unsere gut gepflegte Genuss-Sucht wachkitzelt.

Die Gastgeber von Insul sind mit der Natur auf besondere Weise verbunden. Der Honig, den es dort gibt, stammt von den Bienen gleich nebenan. Eine Blumenwiese ist Tummelplatz für die schützens- und liebenswerten Insekten, und dieses wunderschöne Fleckchen Erde wird „Goldloch“ genannt. Wir sind nach dem Mahl bewegungshungrig und haben uns entschieden, die 2,4 Kilometer lange Goldloch- Rundwanderung zu machen. Am Goldloch ging es früher auch in einen geheimnisvollen Stollen. Infotafeln erzählen hier die mit dem Bergbau verbundenen Sagen und alltäglichen Mühen. Wir genießen beim Gehen den Blick auf das Dorf, auf einen kleinen Wasserfall und die Ahr.