Römermauer Bitburg, © Tourist Information Bitburger Land

Auf den Spuren der Vergangenheit

Das Pils aus der Bierstadt ist weltweit begehrt. Doch an der Stadt in der Südeifel fanden auch die alten Römer oder amerikanische Präsidenten und Streitkräfte Gefallen. Wir machen uns auf Spurensuche. Ein abwechslungsreicher Tagesausflug.

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Ein Erlebnisbericht von Sara und Matteo Goossens aus St. Vith

 

Meine Partnerin und ich starten unseren Entdeckertag an der Tourist-Info, um von hier per pedes auf den Spuren der Römer zu wandeln. Denn sie waren es, die den Grundstein der Bitburger Stadtgeschichte legten. Als sie 10 v. Chr. die Fernstraße von Trier nach Köln bauten, errichten sie hier ihre erste Raststation. Das Vicus Beda entwickelt sich zu einem blühenden Ort mit Herbergen, Händlern, Handwerkern, einem Tempel, einem Theater und einer Therme. Das und viel Spannendes mehr erfahren wir entlang des römischen Parcours mit seinen 11 interessant gestalteten Stationen. Über Filme, Visualisierungen und Texte – an original erhaltenen Schauplätzen und Relikten – erfahren wir viel über die römische und mittelalterliche Stadtgeschichte. Eine gut gemachte Multimedia-App hilft uns auf die (Zeit-) Sprünge. Hierüber erfahren wir auch, weshalb Bitburg zu den am besten erhaltenen spätrömischen Befestigungsanlagen nördlich der Alpen zählt.

Und da auch die alten Römer gutes Essen und Trinken liebten, kehren wir mittags ins geschichtsträchtige Restaurant Louis Müller ein. Hier – in direkter Nachbarschaft zur Bitburger Brauerei – betreibt die Familie seit fünf Generationen dieses Gasthaus mit eigener Metzgerei und leckerer Eifeler Landküche. Wir stärken uns mit dem Bierbrauer Pfännchen und Eifeler Döppekoche – und natürlich einem frisch gezapften Bitburger Pils.

Und dann zurück zur Tourist-Info. Mit den reservierten E-Bikes starten wir die nächste Erkundungsetappe. Die „Beda-Tour“ führt – GPS geleitet – rund um Bitburg. Wir radeln über Rad-, Stadt- und Wirtschaftswege und lernen in den kommenden zwei Stunden das Umland mit seinen malerischen Ausblicken kennen. Unterwegs streifen wir die jüngere Stadtgeschichte des letzten Jahrhunderts: Der Ehrenfriedhof "Kolmeshöhe" – eine Gedenkstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege – lädt zum kurzen Innehalten ein. Dieser Ort erhielt 1985 hohen Besuch: Der damalige amerikanischen Präsident Ronald Reagan kam zusammen mit Bundeskanzler Helmut Kohl hierher, um für die 2.000 gefallenen Soldaten einen Kranz niederzulegen. Wie die Amerikaner in den Nachkriegsjahren das Gesicht der Stadt prägten, erkennen wir wenige Kilometer später, als wir am ehemaligen US-Militärflugplatz sowie der großen US-Housing vorbeiradeln. Bis zu 12.000 Soldaten und ihre Familien lebten und arbeiteten seit den 50er Jahren bis zur Housing-Schließung im Jahr 2018 in und um Bitburg. Zum Abschluss dieses spannenden Tages überlegen wir, wie wir uns von Bitburg verabschieden sollen: „See you again“ ,„Usque iterum“ oder einfach: „Bis bald mal wieder!“