Kupferhof Rosenthal

Stolberg

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Das Gesamtkonzept der Anlage lässt (ähnlich wie beim Kupferhof Grünenthal) die frühere Bedeutung und das wachsende Selbstbewusstsein der wohlhabenden Kupfermeister erkennen.
Mittelpunkt der Baugruppe ist das zweigeschossige Herrenhaus mit zweiachsigem Mittelrisalit, der mit einem weiteren Geschoss in das Walmdach eingeschoben ist. Im Giebeldreieck befindet sich ein eindrucksvoll gestaltetes Stuckrelief, welches die Göttin der Morgenröte (Aurora mit Sonnenfackel) zeigt.
Die hervorragend sanierten Räumlichkeiten im Erdgeschoss können heute für Tagungen, Seminare, Familienfeierlich-keiten etc. angemietet werden.
Unterhalb des Brückentores lassen sich noch Reste des früheren Wassergrabens erkennen, der allerdings weniger Schutzfunktion zu erfüllen hatte, sondern vielmehr als Reservoir für das Antriebswasser und als dekoratives Gestal-tungselement diente.
Im Gegensatz zu allen anderen Kupferhöfen in Stolberg ist das Haupthaus sowie die Seitenflügel mit Steinplatten aus Kalkmergel verblendet, wobei die Fassadengliederung (Fenstereinfassungen u. Abschlusskanten des Mauerwerkes) durch die Verwendung des heimischen Blausteins unterstrichen wird. Nicht nur die zartgelbe Farbe der Kalkmergel-verblendung, sondern auch die Gesamtgestaltung des Bauwerkes, verleihen der Anlage das Gepräge eines kleinen Landschlosses.
Fernerhin unterscheidet sich diese Anlage von den sonst in Stolberg üblichen Kupferhöfen durch die strikte und ak-zentuierte Trennung von Herrenhaus und Betriebshof. Das noch existierende Kerngebäude des ehemaligen Betriebs-hofes, der heute u.a. als Arztpraxis genutzt wird, ist dem Wohnkomplex mit deutlichem Versatz nach links vorgelagert. Hierdurch kann die Zufahrt auf der Symmetrieachse des Herrenhauses erfolgen, sodass sich dem Besucher der Reiz der barocken Architektur sofort und ungestört erschließt.
Aufschlussreich ist auch die Größenrelation zwischen Betriebshof und Herrenhaus. Es ist kaum vorstellbar, aber der relativ kleine Betriebshof erwirtschaftete den Wohlstand, der sich in der Anlage des Herrenhauses manifestiert.

Dieser Kupferhof mit dem Namen "Rosenthal" ist einer der jüngeren und vornehmesten Kupferhöfe Stolbergs.
Der Bauherr war Johannes Schleicher, der 1725 den damals bedeutenden Baumeister Tilman Roland beauftragte, diesen repräsentativen Wohnsitz zu errichten. Später wurde die imposante Toranlage hinzugefügt.
Das Herrenhaus zeigt die Wohlhabenheit der Kupfermeister zur Blütezeit des Messinggewerbes. Es ist aus maasländischen Werksteinquadern errichtet und hat einen giebelgekrönten Mittelrisalit. Eine geschwungene Freitreppe führt zum großen Portal, dessen Relief die Göttin Aurora zeigt.
Der Innenhof ist mit winkelartig angelegten Gebäuden umschlossen, die früher die Kontore beherbergten. Die ganze Anlage war mit einem Wassergraben umgeben, der als Vorratsspeicher zum Betreiben der Wasserräder in den Produktionsstätten diente und vom Ellermühlenteich gespeist wurde. Der Wasserkanal "Ellermühlenteich" wurde vom Vichtbach gegenüber abgezweigt.

Die Werksgebäude waren dem Areal des Wohn- und Herrenhauses vorgelagert und bildeten einen eigenen Wirtschaftshof. Der ist bis auf wenige Gebäude, die um 1900 der Verbreiterung der Rathausstrasse weichen mussten, noch erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt worden.
Um 1830 heiratet Cahtarina Gertrud Schleicher den Messingfabrikanten Richard Lynen und brachte diesen Kupferhof mit in die Ehe. Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts blieb das Haupthaus im Familienbesitz. Nach dem damaligen Verkauf verfiel der Gebäudekomplex zeitweilig. Nach 2006 kam es erneut zu einem Besitzerwechsel und der Kupferhof wurde grundlegend renoviert und erstrahlt im alten Glanz.

Ort

Stolberg


Kontakt

Kupferhof Rosenthal
Rathausstraße 67
52222 Stolberg
Telefon: (0049) 2402 1261003

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