Historische Altstadt Monschau

Monschau

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Lebendiges Treiben in alten Mauern, ein mittelalterliches Stadtbild mit idyllischen Fachwerkhäusern, engen Gassen und Kopfsteinpflaster.
Monschau ist kultureller Mittelpunkt einer ganzen Region und eines der beliebtesten Urlaubs- und Ausflugsziele der Eifel.

Die Stadt Monschau hat ihren Ausgang um 1195 von der Burg gleichen Namens auf einem Bergsporn über der Rur genommen. Erstmals erwähnt wird sie 1198 als Mons Ioci. Im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit dominiert die Schreibform Monjoye. Um 1800 kommt während der französischen Herrschaft im Rheinland die Form Montjoie auf. Im Herbst 1918 wurde infolge des verlorenen Ersten Weltkrieges und der damit einher gehenden Francophobie der Name durch amtlichen Erlass in Monschau "eingedeutscht“.

Die Monschauer Burg am heutigen Standort wurde zum Ende des 12. Jahrhunderts von den Herzögen von Limburg errichtet. Sie war die dritte Burganlage nach Vorgängern in Reichenstein (heute Kloster an der Rur zwischen Mützenich und Kalterherberg) und Monschau (Ruine Haller über der Einmündung des Laufenbachs).
Die Burg ist kontinuierlich bis ins 17. Jahrhundert ausgebaut worden. Sie erfuhr unter den Monschau-Valkenburgern eine umfangreiche Vergrößerung um eine Vorburg mit geräumiger Kapelle. Dazu gehörte weiter die Ummauerung der inzwischen entstandenen Siedlung am östlichen Fuß des Burgbergs mit drei Toren.

Die städtische Entwicklung verlief zögerlich. Eine 1489 gewährte Steuer diente zur Unterhaltung der Befestigung. Im Geldernschen Krieg wurde Monschau 1543 von Kaiserlichen Truppen erobert. Die Burg wurde schwer, die Stadt vollständig bis auf das Turmhaus an der Achterpforte zerstört. Erst im Lauf des Wiederaufbaus dehnte man die Bebauung über die Stadtmauer nordwärts zum Laufenbach und von seiner Einmündung in die Rur flussabwärts aus. Im Jülicher Erbfolgestreit 1609 zunächst brandenburgisch besetzt, verhalf die Eroberung von Stadt und Burg durch Spanier 1622 dem Pfalz-Neuburger Mitbewerber Wolfgang-Wilhelm zur endgültigen Übernahme der Herrschaft. Damit begann auch der Aufstieg zu städtischen Qualitäten, zumal Stadt und Umland weitgehend von den Zerstörungen und Ausplünderungen des Dreißigjährigen Krieges und den Folgekriegen verschont blieben. Darauf weisen u.a. einsetzende Stadtrechnungen, ein eigenes Stadtsiegel, Anfänge einer Elementarschule, der Bau eines Rathauses 1654 sowie die Bildung einer selbständigen, von der Urpfarre Konzen abgelösten Pfarrgemeinde 1639 mitsamt einem eigenen Kirchenbau (Weihe 1650) hin.
Im Zweiten Weltkrieg blieb Monschau Dank der schnellen Einnahme im September 1944 durch amerikanisches Militär, anders als die zum Teil hart umkämpften Orte des Umlandes, weitgehend unzerstört.

Stadt der Tuchmacher
Die Lage fernab von Durchgangsstraßen und Kriegswirren ermöglichte im 17.Jahrhundert einen weitgehend ungestörten Aufbau einer Infrastruktur für Wolltuchproduktion hoher Qualität. Entgegen einer oft wiederholten Darstellung waren es nicht Aachener Religionsflüchtlinge, sondern einheimische Familien (Schmitz in Monschau, Offermann in Imgenbroich), die das neue Gewerbe auf den Weg brachten. Schon in den ersten Jahrzehnten des 18.Jahrhunderts wurde spanische Merinowolle verarbeitet. Der Standort hatte jedoch mit schwerwiegenden Absatzproblemen wegen eines fehlenden Marktes an Ort und Stelle und den Privilegien der älteren Produktionsstätten im Herzogtum Jülich zu kämpfen.
Der Durchbruch zu europaweiter Geltung der Feintuchproduktion gelang dadurch, dass Johann Heinrich Scheibler (1705-65) als führender Unternehmer die territorialen Behinderungen des Hausierhandels durch Auftritt auf den großen Messeplätzen überwand und Monschauer Tuche zum Markenartikel machte. Die Blütezeit dieser Feintuchherstellung lag in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Diese Epoche der Tuchmanufaktur ist dadurch gekennzeichnet, dass sie vom anfänglich praktizierten Verlagssystem schrittweise zur Konzentration aller Arbeitsschritte in einem Fabrikgebäude fortschritt. Die Bausubstanz des Stadtkerns aus der Tuchmacherzeit des 17. und 18.Jahrhunderts, darunter prachtvolle Bürgerhäuser wie das "Rote Haus" und das "Haus Troistorff", die gleichzeitig auch Fabrikationsstätten waren, sowie größere Fabrikationsstätten im Altstadtkern sind im Wesentlichen erhalten.
Der Einmarsch französischer Revolutionstruppen 1794 brachte zunächst einen tiefen Einbruch wegen Konfiskationen und Verlusten alter Absatzmärkte, beschleunigte aber seit ca. 1800 Modernisierung und Mechanisierung der überlebenden Betriebe. Die gelungene Konsolidierung wurde durch den folgenden Anschluss an Preußen empfindlich gestört. Trotz gelegentlicher Aufschwünge konnte die Tuchfabrikation im 19.Jahrhundert nicht mehr an die Erfolge des 18. Jahrhunderts anknüpfen. Unternehmer wanderten nach Osteuropa aus (Lodz, Brünn) oder wandten sich anderen Textilsparten zu (Spinnerei, Kunstwolle, Kunstseide u.a.).
Von der Mitte des 19. Jahrhunderts an verlor der Standort Monschau den Anschluss an die industrielle Entwicklung. Die Eröffnung der Vennbahn von Aachen (1885) konnte den Trend nicht aufhalten. Die Bevölkerungszahl ging im 19.Jahrhundert kontinuierlich zurück, von 3020 Einwohnern im Jahr 1816 auf 1865 in 1905. Die letzte Tuchfabrik schloss 1908, das restliche Textilgewerbe kam in den 1960er Jahren zum Erliegen.

Filmkulisse:
Monschau war unter anderem Drehort der ARD-Serie "Eifelpraxis".

Auf einen Blick

Öffnungszeiten

  • Vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016

    Die historische Altstadt in Monschau ist frei zugänglich und kann ganztägig besucht werden.

Ort

Monschau


Kontakt

Monschau-Touristik GmbH
Stadtstraße 16
52156 Monschau
Telefon: (0049) 2472 80480
Fax: (0049) 2472 4534

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