Enkerei

Stolberg

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Ein zu diesem Hof gehörender Söller (Speicher) diente von 1609 bis 1648 (Fertigstellung der Vogelsangkirche) den lutherischen Protestanten als Versammlungsort für ihre Gottesdienste.

Als Erweiterung der damaligen Hofanlage (Enkerei) entstand 1730 der Kupferhof Sonnental als eigenständiges Bau-ensemble. Das Anwesen ist stark von Bauformen des 19. Jahrhunderts geprägt.
Ähnlich wie am Kupferhof Schart ist auch hier die örtliche Nähe zum Vichtbach und der funktionale Zusammenhang zwischen Fließgewässer (Wasserkraft) und Kupferhof zu erkennen.

Ab 1835 wurde der ehemalige Kupferhof Sonnental zunächst als Glashütte, dann als Eisengießerei und letztlich als Betriebsstätte eines Heizölhandels genutzt.
Im Zuge der Altstadtsanierung wurde der ehemalige Kupferhof Sonnental in den 1980er Jahren umgestaltet, und es entstand eine attraktive Wohnanlage. Die sich nach Norden anschließenden Gewerbegebäude (heute vom Parkhaus Sonnentalstraße überdeckt) wurden abgerissen. Mauerreste der ehemaligen Eisengießerei (Bruchstein) sind in der nördlichen Begrenzungsmauer des Innenhofes noch zu erkennen.

Enkerei:

Auf einer Vichttalkarte aus dem Jahre 1544 ist im Bereich der heutigen Enkerei der „Welserhof“ mit drei Gebäuden zu sehen. Teile der damaligen Bausubstanz finden sich vielleicht noch in der heutigen Bebauung. Neben Häusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind außerdem noch ältere Gebäude des 17. Jahrhunderts zu erkennen.

Um 1600 besaß die Kupfermeisterfamilie Beck einen Kupferhof in der Enkerei, die damals „Henkerey“ hieß. Über die Erben der Becks gelangte das Anwesen im 18. Jahrhundert an Mitglieder der Familie Peltzer, die Teile der Enkerei zum dann daneben gelegenen Kupferhof „Sonnenthal“ ausbauten.

Die in den alten Archivalien genannte Bezeichnung „Henkerey“ deutet auf das Recht der Ausübung der „Hohen und Niederen Gerichtsbarkeit“ des Stolberger Unterherrn hin. Es gibt kaum Aufzeichnungen zu den Tagungsorten des Stolberger Schöffengerichts und der Anwendung der Körperstrafen. Einige Überlieferungen sind jedoch erhalten, so z.B. folgende:

1730 hielt es der damalige Schultheiß Jaeger für angebracht, gegen das in Stolberg übliche Messerziehen einzuschreiten, zumal es an der Tagesordnung war, dass manche Einwohner „gegeneinander so einen Gezank oder Disput hatten“, dass sie deswegen das Licht auslöschten und sich mit Messern und eisernen Gegenständen derart bearbeiteten, dass sie dadurch „an ihren Gliedern verdarben oder wie das Vieh hinverreckten oder ihr Brot zu gewinnen untüchtig gemacht wurden“. Derjenige, der jemanden im Streit gefährlich verletzt hatte und die darauf stehende Strafe von 25 Goldgulden nicht zahlen konnte, wurde als Abschreckungsmaßnahme auf dem Markt (heute Alter Markt in der Burgstraße) einige Stunden am Pranger angeschlossen.
Im Jahre 1742 wies der damalige Unterherr Heinrich Ferdinand von Cortenbach seinen hiesigen Schultheiß Johann Bentz an, härter gegen immer wieder vorkommende Diebstähle in Gärten und Obstwiesen vorzugehen und drohte den Tätern hohe Strafen an. Sie sollten „dem befinden nach mit hoher Gelt straff oder mit Wasser und broth in Gefängnis, forth noch gestalt dersolchen gar mit Henckers straff ohn gnad belegt werden“.

Ort

Stolberg


Kontakt

Enkerei
Enkereistraße
52222 Stolberg
Telefon: (0049) 2402 99900-81

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